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Walter Knoll Inside

Elmar Böing, der Entwicklungspolsterer

»Ein gutes Polster weckt Vertrauen, es schenkt Sicherheit.«

Elmar Böing, der Entwicklungspolsterer

Das Polster ist wie ein Arm. Es gibt sachte nach, dann fängt es mich auf. Ein Sofa sollte wie ein trainierter Körper wirken – gut aussehen, sich gut anfühlen, Vertrauen wecken, Sicherheit schenken. Es sollte mich mit Leichtigkeit tragen. Womöglich mit einem Lächeln.

Ich baue ein Polster allmählich, in mehreren Schichten, auf. Darin stecken eine Menge Abwägungen. Welche Dichte verwende ich für den unteren, mittleren und oberen Schaumstoff? Welche Gurte oder welche Metallfedern eignen sich für die Unterfederung? Welche Watte, welches Vlies? Will ich die obere Lage mit Federn und Daunen bekrönen? Das wäre speziell. Eine Daunenschütte bildet eine wunderbare Landschaft – für den legeren Look und ein softes Feeling.

Elmar Böing

Mit Nadeln und Ahlen in verschiedenen Größen gestaltet Elmar Böing Details an den Polstermöbeln von Walter Knoll – wie die Ziernähte des neuen Jaan Silent Sofa (unten)

Für den Wohnbereich entwickle ich voluminöse, tiefe Polster. Wer sich hineinsetzt, soll sich fühlen, als würde er in eine Wolke sinken und supersanft abgefangen werden. Wird der Sessel jedoch von vielen Menschen stark beansprucht, im Büro, Wartezimmer oder auf dem Flughafen, brauche ich ein festeres, kräftigeres Polster. Doch selbst das muss komfortabel sein und mich umschließen.

Elmar Böing

Ich habe einen feinfühligen Körper, ich spüre sofort, ob ein Polster passt. Das kann man nur schwer beschreiben, es ist eine Frage von Erfahrung und Gefühl. Wenn die Mutter einen Kuchen backt, nimmt sie auch »eine Handvoll Mehl«. Sie weiß gar nicht, wie viel Gramm das genau sind. Das ist bei mir ähnlich. Die Hände, das Fingerspitzengefühl sind unheimlich wichtig. Wie ist der Touch? Wie greift sich das Polster? Am Ende ziehe ich ihm die Hülle über. Ich stauche, knete und walke den Bezug. Das ist ein bisschen wie Massieren. Damit der Körper in Form kommt. Und dann, im Showroom oder auf Messen, beobachte ich sehr gern die Menschen, wenn sie sich setzen. Entspannt sich das Gesicht? Streicht die Hand über die Lehne? Nickt der Kopf zufrieden?