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Interview: Frank Hülsbömer über die neue Leadchair Management Kampagne

Während einer zweitägigen Kreativphase im April entstand im privaten Studio des Fotografen Frank Hülsbömer im Herzen Berlins, zusammen mit dem Marketing Team von Walter Knoll und dem Art Director Tom Leifer, das Bildmaterial für die Leadchair Management Anzeigenkampagne. Es gab viele Ideen und am Ende ein gemeinsames Ziel: die Essenz des Leadchair Management wiederzugeben, die für moderne Arbeitswelten und zeitgemäße Büroräume steht. Wir haben mit Frank Hülsbömer – Vater und Künstler mit großer Freude am Experimentieren – über Interieurs, Werbung und die Arbeit in unterschiedlichen Bereichen gesprochen.

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Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an die Marke Walter Knoll und ihre Produkte denken?

Schon immer schätzte ich es, wenn Produkte mit Leidenschaft entworfen werden. Produkte, deren spürbare Qualität im Design und der Handwerkskunst Ausdruck findet. Das Streben nach Perfektion in allen Details scheint bei Walter Knoll einen hohen Stellenwert einzunehmen, was man deutlich beim Leadchair Management sehen kann. Die Oberflächen fühlen sich gut an und sind schön anzusehen. Erst vor kurzem bin ich Vater einer wundervollen Tochter geworden, wodurch langlebige Objekte, die ich an mein Kind weitergeben kann, noch interessanter für mich geworden sind.

Vor welche Herausforderungen stellte Sie die Umsetzung von Tom Leifers Konzept bei dieser Anzeige?

Tom Leifer hat im Vorfeld viel recherchiert, um Walter Knoll und vor allem dem Leadchair Management gerecht zu werden. Er hat ein gutes Gespür und weiß, wann eine Idee weiterverfolgt werden sollte oder wann sie über ihr Ziel hinausgeht. Seine Anweisungen sind klar, lassen aber dennoch genügend Freiraum für Kreativität. Durch das Bauen kleiner Sets, Testshootings und der konstanten Kommunikation mit dem Marketingteam von Walter Knoll, haben wir letztendlich einen guten Weg gefunden, das Produkt in Szene zu setzen ohne auf die typischen Mittel zurückzugreifen, die so oft in Möbel- und Designanzeigen eingesetzt werden.

Was uns von Anfang an begeistert hat war die ikonographische Form der Rückenlehne des Leadchair Managements. Wir haben nach Hintergrundgraphiken gesucht, die das Polstermuster des Stuhls aufgreifen. Fündig wurden wir bei Oberflex, einem französischen Hersteller für Industrieoberflächen. Um die elegante, schwingende Form der Rückenlehne, die im Profil sichtbar wird, besonders zu betonen, brauchten wir klare Linien. Die matten Oberflächen der Hintergrundgraphik akzentuieren außerdem das glänzende Metall und das weiche Leder des Leadchair Management.

Sie arbeiten in unterschiedlichen Bereichen: Mode, Kunst, Design und Verlagswesen. Wie gehen Sie ein Projekt an und woraus ziehen Sie Ihre Inspiration?

Es ist schwer zu sagen, woher genau die Grundinspiration kommt. Wenn mich eine Agentur oder ein Kunde kontaktiert, verbringe ich zu Beginn des Projekts einige Zeit mit Recherchen, um zum Kern des Objektes durchzudringen. Das mache ich so lange, bis mir das Produkt selber etwas über seine Geschichte, seine Qualität und seine Bedürfnisse erzählt. Man könnte es Objekt-Psychoanalyse nennen.

Im Fall des Leadchair Management war es Tom Leifer, der mich auf die richtige Spur brachte. Außerdem behalte ich stets die Intention des Produzenten im Hinterkopf. Es ist ein Zeichen des Respekts – und eine Quelle der Inspiration. Die Kunst liegt darin, beide Ideen auf eine elegante Art und Weise miteinander zu verknüpfen. Sehe ich ausdruckslose Bilder, fühle ich mich beleidigt. Bildkünstler sollten die Konsumenten nicht unterschätzen und mit langweiliger Arbeit ihre Zeit verschwenden.

War es geplant in so unterschiedlichen Bereichen zu arbeiten?

Sagen wir mal, ich hatte nie Angst davor. Ich habe schon immer gerne Projekte angenommen, die mich interessiert haben und bei denen ich sicher war, sie managen zu können. Eine Lösung für ein Problem zu finden ist nur eine Frage von Logik, Recherche, Experimentieren und sich mit den wahren Experten auseinander zu setzen: den Handwerksmeistern. Am Ende müssen dann alle Erkenntnisse zusammengeführt werden. Sowohl ästhetisch, als auch technisch schöne Lösungen machen mich glücklich – ganz egal, um welchen Bereich es sich handelt. In den wilden 1990ern gab es in Berlin einen Club namens „Kunst und Technik“ – der Name gefiel mir schon damals.

Worin liegt der Unterschied, wenn man eine Uhr, ein Möbel oder ein Paar Sneakers fotografiert?

Den Hauptunterschied macht die Größe der Sets aus. Fotografiert man kleine Objekte in kleinen Sets, kann man leicht Änderungen vornehmen und Dinge spontan neu arrangieren. Beim Shooting mit dem Leadchair Management hatten wir allerdings ein Set, dessen Größe intensive Vorbereitungen und Bauarbeiten voraussetzte. Änderungen kosten mehr Zeit und sind aufwändig. Das war ein weiterer Grund, warum wir im Vorfeld schon einige Test-Shootings gemacht haben: wir wollten sicher sein, was die Idee, die Formen und Farben anging. Danach haben wir die kleinen Sets in die für den Leadchair Management passende Größe gebracht. Außerdem kommt es bei großen Objekten, wie einem Stuhl, natürlich auch auf das Gewicht an. Statik ist besonders wichtig, wenn man im Video Unausgeglichenheiten in der Dynamik durch schnelle Drehungen verhindern möchte. Ist der Stuhl in perfekter Balance, das Drehpodest jedoch nicht, ist man schnell in ernsthaften Schwierigkeiten. Das hört sich banal an, macht aber immens viel aus. Der Zauber beim Leadchair Management Shooting konnte sich erst entfalten, als alles in perfekter Ordnung war.